Brot backen

Traditionelles Brotbacken ist eine kunst für sich, einfach deshalb, weil man traditionell mit Sauerteig gebacken hat und dieser Verhält sich eben etwas anders als ein Hefeteig. Heutzutage findet man kaum noch echtes Sauerteigbrot. Meistens gibt es zwar einen Sauerteigansatz, der ist aber durch sein junges alter nicht stark genug, also wird in den Bäckerein trotzdem Hefe zu gegeben. Denn Sauerteig braucht ein entscheidendes Gut, von dem wir heutzutage nur noch sehr wenig für uns übrig haben. Sauerteig braucht Zeit. Wenn er die hat, ist er großartig.

Ich schreibe euch jetzt das Rezept auf, mit dem ich immer meine zwei Brot backe. Ich hab das Rezept ursprüglich von Sarah, weiß aber garnicht mehr ob wir es letztendlich noch gleich backen, da jeder mit der Zeit so seine Feinheiten entwickelt.

Am Abend zuvor:

  1. ich stelle meinen Roggen-Sauerteigansatz vom Kühlschrank nach draußen und warte bis er etwa zimmertemperatur hat.
  2. Wenn er Zimmertemperatur hat, dann füttere ich ihn mit etwas Mehl und warmem Wasser und warte bis er schöne Bläschen bildet.
  3. Jetzt ist mein Sauerteig bereit und wir starten mit dem Vorteig. Hierfür gebe ich 600g Roggenmehl und 800ml handwarmes Wasser und meinen Sauerteig in eine große Schüssel. Jetzt decke ich ihn mit einem Geschirrtuch gut zu, wünsche ihm eine geruhsame Nacht und stelle ihn in sein kuschliges 30°C warmes Bett im Ofen.

Der große Tag des Brotbackens:

  1. Ich hole meinen gut gegangenen Vorteig vom Abend aus dem Ofen, wünsche ihm einen guten Morgen und freue mich, dass er so schön flüssig und blubberig aufgegangen ist. Ich nehme gleich ein paar Esslöffel voll ab als neuen Ansatz, der kommt das in den Kühlschrank.
  2. Ich gebe 800g Weizenmehl und 6TL Salz und 2EL Olivenöl zu meinem Vorteig hinzu und rühre das ganze relativ grob zu einem Teig zusammen, der jetzt eine festere Konsistenz hat als der Ansatz.
  3. Ich decke meinen Weizen-Roggensauerteig wieder zu und lass ihn nochmal 1-2 Stunden im gemütlichen 30°C warmen Ofen ruhen.
  4. Danach gehts an die Arbeit, der Teig kommt raus, auf die bemehlte Arbeitsplatte, wird in zwei Hälften geteilt und anschließend wird jede Hälfte zu einem länglichen Brotlaib geformt
  5. Jetzt lege ich Backpapier in zwei Kastenformen und da hinein meine zwei Teiglinge. Die Zwei sind nach dem formen auch schon wieder ganz erschöpft, deshalb decke ich sie schnell wieder zu und lasse sie nochmal 4 Stunden in ihrem warmen 30°C Ofen ruhen.
  6. Nach 4 Stunden nehme ich meine Teiglinge raus, decke sie auf, wasche ihre Gesichter in ihren Kastenformen mit warmem Wasser, ritze sie ein und heize ihren Ofen auf knackige 250°C vor.
  7. Wenn der Ofen seine Temperatur erreicht hat, gehts für die Teiglinge rein. Ich kippe ihnen noch ein Glas heißes Wasser hinterher, damit sie schön schwitzen und lasse sie dann 15 Minuten schwerstarbeit bei 250°C leisten.
  8. Danach erlöse ich sie und drehe den Ofen auf 180°C und dort bleiben meine Brote noch etwa 30 Minuten. Dann haben sies geschafft und können wieder raus und auch raus aus ihren Kastenformen und abkühlen. Lasst es euch schmecken.

Wenn ihr mich und meine Arbeit unterstützen wollt, würde ich mich über eine Spende freuen

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4 Antworten auf „Brot backen“

    1. Wenn die Teiglinge im Vorgeheizten ofen sind einfach ein glas wasser in den ofen schütten. Die zusätzliche feuchtigkeit sorgt für eine gute kruste.

  1. Hallo… Ich habe meinen ersten Sauerteig nach deiner Anleitung angesetzt und möchte morgen mit dem Brot backen beginnen. Ich möchte nur eine Kastenform voll backen. Nehme ich dafür den gesamten Sauerteigansatz oder nur ein Teil und kann ich deine restlichen Angaben für die zwei Brote einfach halbieren, sprich für den Voreig 300g Roggenmehl und 400ml Wasser und dann 400g Weizenmehl, 3TL Salz und 1 EL Öl? Und wenn ich vom Voreig Sauerteig abnehmene für das nächste Brot mit wieviel mehr und Wasser sollte ich ihn für das nächste Brot gefüttert haben. Also wieviel Ansatz sollte es mindestens für eine Kastenform sein? Ölst du die Form mit etwas ein?

    1. Hallo Antje,

      Ja du kannst die Angaben problemlos halbieren.

      Die Menge an Sauerteigansatz du du dazu gibst ist egal, da wir nur den Vorteig mit dem Sauerteig “beimpfen” dadurch vermehren sich die Kulturen im Vorteig und alles wird zu einem großen Sauerteig. Du musst nur warten, bis alles schon von Bläschen durchzogen ist.

      Die Kastenformen Fette ich nicht ein, da ich sie mit Backpapier auslegen, das hat sich für mich gut bewährt.

      Gutes Gelingen für dein Brot und lass es dir schmecken 🙂

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